Frostwiesenlauf 2020

Könnt ihr euch noch an das Gefühl aus eurer Kindheit erinnern, wenn man nach einer Geburtstagsparty total müde und vollgefressen, aber sehr glücklich ins Bett gefallen ist?!

Ungefähr so fühlt es sich nach dem Frostwiesenlauf an 🙂

Der Frostwiesenlauf ist jedes Jahr wie ein großes Klassentreffen, gefühlt die halbe Laufgruppe ist in den Spreewald gefahren – und einige andere bekannte Truppen trifft man auch immer wieder (ich sag nur MileHigh… aber die sind ja gefühlt auch überall ;-))

Ich habe 2019 und 2020 teilgenommen – 2020 sogar über die 30km (da habe ausnahmsweise ICH mich mal reinquatschen lassen). 

Ich hatte keine bestimmten Erwartungen als ich am Landhotel Burg ankam, einfach laufen und Spaß haben. Vor Ort habe ich mich dann schnell mit Nicole und Saskia zusammengetan, die auch die 30km laufen wollten. Da der Lauf ohne Zeitmessung ist, sind wir schon etwas vor dem offiziellen Start losgelaufen. Zum einen um nicht so lange in der Kälte rumzustehen, und zum anderen damit die anderen nicht so lange auf uns warten müssen. Wie alle Läufe in der Spreewald-Serie ist auch dieser wahnsinnig liebevoll organisiert: viele super freundliche Helfer und Verpflegungsstationen, die wirklich keine Wünsche offen lassen. Von der obligatorischen Spreewaldgurke (die ich mittlerweile sehr als Lauf-Verpflegung schätze), über Energieriegel, Cola, Kuchen, Bananen bis hin zum Glühwein (ehrlich: ich bin immer wieder erstaunt dass es Läufer gibt, die an JEDER Station (alle 5km) einen Glühwein trinken und dann weiterlaufen können…ich würde nach einem schon im Graben liegen).

Vielleicht lag es an eben diesen Verpflegungspunkten, vielleicht an der wunderschönen Landschaft, vielleicht aber auch an meinen zwei Begleiterinnen – für mich waren diese 30km jedenfalls erstaunlich kurzweilig. Es gab zwar nicht wirklich “Frostwiesen” sondern eher “Spielen-im-Dreck”, aber trotzdem jede Menge Ablenkung. Etwa auf der der Hälfte wurden wir z.B. von einer sehr erstaunten Angie überholt (“Was macht ihr denn schon hier?!”), die unseren früheren Start nicht mitbekommen hatte. Naja, das Märchen vom “Hasen und Igel” kennen wir ja alle… Oder wir wurden streckenweise vom Hauseigenen-MileHigh Fotografen Oli auf dem Fahrrad begleitet, der sich sehr lustige Wortgefechte mit Saskia lieferte.

Der einzige, wirklich sehr zähe Abschnitt war irgendwo vor der Halbmarathon-Marke, und führte immer schnurgerade an einer Hauptstrasse lang – vor und hinter uns keine Läufer:innen zu sehen…da habe ich mich schon einen Moment lang gefragt, ob wir irgendwo falsch abgebogen sind (und wer mich kennt weiß: nicht so unwahrscheinlich).

Ziemlich gut gelaunt kamen wir dann auch irgendwann im Ziel an, sehr nette Damen in der traditionellen Tracht überreichten uns die Medaillen und es gab wieder etwas zu essen.

Kurz erwähnen möchte ich noch mein persönliches Highlight des Frostwiesenlaufs. Es ist eine, wie gesagt, sehr familiäre Veranstaltung. Als ich 2019 zum ersten Mal gestartet bin, kannte ich Mellis Eltern noch nicht persönlich. Auf dem Parkplatz (eher ein großer Acker) erkannten sie mich nach dem Lauf aber sofort an meinem Shirt der Laufgruppe. Gut gelaunt wurde ich zum Auto gewunken, man drückte mir Kaffee in die Hand (“zum aufwärmen”) und nachdem ich mir etwas warmes angezogen hatte (“komm, zieh dir erstmal schnell was über, sonst erkältest du dich noch”) gab es dann nochmal Kuchen. Diese Herzlichkeit mit der ich sofort aufgenommen wurde hat mich sehr berührt. Da war es wirklich wieder wie früher in der Kleinstadt. Dort gab es bei jedem Sportevent Eltern, die auf eine ganz Horde Kinder aufgepasst haben, für alle Essen, Pflaster und lobende oder tröstende Worte übrig hatten, und am Schluss alle nach Hause gefahren haben.

Nach Hause gefahren bin ich zwar selbst, aber mit einem Gefühl tiefster Zufriedenheit.

2021 fand ja leider kein Frostwiesenlauf statt. Angie und ich wollten aber trotzdem gern mal wieder im Spreewald laufen. Organisatorisch hat es dann erst ein paar Wochen nach dem ursprünglichen Termin geklappt. Frost gab es zwar keinen mehr, aber es war sehr nass und sehr windig, also wirklich seeehr windig. Als traditionelle Zielverpflegung gab es originale Spreewaldgurken, Schmalzstulle und warmen Tee. Das Feeling war vielleicht nicht ganz das gleiche wie in den Vorjahren, aber trotzdem ein schöner Sonntagslaufausflug.

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