VAMOS (End of the Year) Race

Wenn es keine Ziele gibt, dann steckt man sich welche 😉

Dass das Jahr 2020 für uns alle anders lief, als erwartet, ist hinlänglich bekannt. Vor allem für uns Sportler:innen ist meist erst das Ziel der direkte Antrieb, den Weg auf sich zu nehmen, um zu Laufen und auch mal Einheiten anzugehen, die unliebsam sind.

Und nicht nur für den Sportler:in, sondern vor allem auch für einen Trainer:in, ist das Ziel der erste Anhaltspunkt, sich mit einem Grobplan und dem Schützling hinzusetzen, um zu schauen, wie man das gesteckte Ziel erreicht.

Da fast jedes Saisonhighlight in 2020 uns Sportler:innen fast gänzlich genommen wurde, kam Michael und mir die Idee, einen sportlichen Abschluss für 2020 ins Leben zu berufen. Unsere Sportler:innen sollten für Ihre Mühen, Entbehrungen und Ihr Durchhaltevermögen belohnt werden. Und so kurz vor Weihnachten bot sich uns die Gelegenheit dieses in die Tat umzusetzen.

Es wurde eine Strecke gesucht, die alle Formate vereinen sollte, da nicht nur die kurzen Strecken (5k/10k) sondern auch die langen Kanten (Halb- und Marathon) in Angriff genommen werden sollten. Somit fiel die Wahl auf den Tiergarten und einer schönen 4,2km langen Runde. Die Vorteile lagen da klar auf der Hand. Nur ein Verpflegungs-/ Cheering Point, bekanntes flaches Terrain und die Möglichkeit sich unter den Sportler:innen immer wieder zu sehen und gegenseitig anzufeuern (sofern die Puste reicht).

Anfangs planten wir sogar mit einem Zieltor und einem richtigen Verpflegungspunkt und allem drum und dran. Schnell wurde aber aufgrund der behördlichen Anordnungen klar, dass unser GROSSER Jahresabschluss kleiner ausfallen muss als erhofft. 

Das unsere Sportler:innen trotzdem IHREN Tag haben sollten, stand für uns aber außer Frage. Auch eine Belohnung ihrer Mühen haben wir kurzfristig organisieren können, damit die Überraschung im Ziel auch direkt ankommt.

Durch die Regularien zu dieser Zeit teilten wir die Teilnehmer:innen in 2er Gruppen bzw. Athlet:in plus Pacermaker. Das Wetter war Mitte Dezember wie erwartet kühl und unbeständig, aber das tat der Euphorie keinen Abbruch. 

Zwischen 9 und 10 Uhr gingen alle Teams auf die Strecke und versuchten das Beste aus der Tagesform zu erreichen. Michael und ich fuhren entweder auf dem Rad nebenher oder liefen sogar mit unseren Schützlingen mit, um zu motivieren, zu bremsen und einfach da zu sein. Die Cheeringteams entlang der Strecke taten alles um die Läufer:innen anzufeuern und zu pushen.

Wie bei jedem Rennen gibt es gute und schlechte Tage und so erging es auch unseren Teilnehmer:innen ähnlich. Es gab tolle Bestzeiten aber auch harte Kämpfe. Am Ende waren wir als Trainer mehr als stolz auf die Leistungen, die erbracht wurden! Da für uns meist mehr der Weg zur Zielzeit entscheidend ist, als das reine Erreichen dessen, haben wir natürlich einen anderen Blick, auch wenn es mal nicht zur Bestzeit gereicht hat. Aber natürlich schlägt auch bei uns das Athlet:innen-Herz und so feiern wir noch mehr, wenn ein Plan aufgeht. 😉

Was uns aber am meisten an diesem Tag glücklich gemacht hat, waren der Zuspruch zu unserer Arbeit!! Das Lob und auch die positiven Worte, sind uns mehr Lohn als jedes Geld der Welt, wie man so schön sagt.

Da wir aber auch den Athleten eine Erinnerung an diesen Tag und vor allem für das schwierige Jahr 2020 geben wollten, hatten wir im Vorfeld extra angefertigte Medaillen produzieren lassen. Und was sollen wir sagen: Bei jeder Überreichung, flossen Glückstränen auf beiden Seiten. 

Am Ende ist nur zu sagen, dass es mit Sicherheit nicht das letzte Rennen sein wird, welches wir auf die Beine stellen wollen. Die Arbeit mit unseren Athlet:innen macht so viel Freude, dass wir gespannt sind, was auch dieses Jahr 2021 für uns bereit hält. 

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