100 MEILEN VON BERLIN – Mauerweglauf 2019

Hotelzimmer in Las Vegas, 9. November 2018 um 09:57 Uhr (GMT-8)

Refresh, refresh, refresh…

So sieht die Anmeldung zum Mauerweglauf aus. Wer da mitmachen möchte, muss schnell sein. Nicht unbedingt auf der Strecke, sondern bei der Anmeldung. Und so saßen wir am Laptop im Hotelzimmer in Las Vegas, damit wir Punkt um 09.57 Uhr (18:57 Berliner Zeit) auf der Webseite des Mauerweglaufs unsere Anmeldung fertig machen können. Die 30 Startplätze für die 10+ Staffeln waren in weniger als 5 Minuten ausverkauft. ABER wir konnten einen ergattern! Die Laufgruppe Wechselzone kann beim Mauerweglauf 2019 starten!

Einmal um Berlin, bitte!

160 km rund um die ehemalige Berliner Mauer zu laufen, hört sich nicht unbedingt einfach an. Aber in einem Team völlig machbar, oder? Michael und ich sind schon ein Jahr vorher (also 2018) für LäuferInnen im Team Mauerflitzer eingesprungen und waren von der Veranstaltung so überzeugt, dass wir unbedingt wieder dabei sein wollten.

Doch wer noch?

Schnell konnten wir noch weitere Wechselzonies von unserer Idee überzeugen und ein Team mit insgesamt 16 Läufern zusammenstellen: Ina, Alexandra, Irina, Matthias, Angelina, Lucas, Inga, Julian, Michael H., Nancy, Ralph, Lorena, Flo, und Patrick. Michael T. und ich waren natürlich auch dabei und bereit für das Team die Challenge zu meistern.

Aber damit war die Organisation noch lange nicht zu Ende. Eine Karte von Berlin und eine Excel-Tabelle waren in den nächsten Monaten unsere ständigen Begleiter. Wer läuft welchen Streckenabschnitt, wie lang und wie schnell? Ende Mai konnten wir endlich unsere finale Teamaufstellung und Reihenfolge an den Veranstalter weiterleiten. Doch kurz vor dem Lauf dann der Schock. Patrick kann wegen einer Verletzung nicht starten! Schnell haben wir unseren Laufplan nochmal angepasst und konnten uns endlich auf die Veranstaltung freuen. Bloß keine Überraschungen mehr!

Und der große Tag ist da!

Na ja, am Freitag, den 16. August, vor dem eigentlichen großen Tag standen erstmal noch die obligatorische Einweisung und eine geniale Pastaparty auf dem Programm. Das Highlight des Briefings waren die beruhigenden Worte des Chefarztes, dass man auch mit einer gebrochenen Rippe weiterlaufen kann. Aber trotzdem immer vorsichtig auf der Strecke! Und bloß an jeder roten Ampel halten!

Alle satt, alle gebrieft und alle bereit.

Ich bin ehrlich – die letzte Nacht vor dem Event war ganz schön unruhig und ich musste immer wieder darüber nachdenken, ob auch alles nach Plan läuft. Am Samstag, den 17. August um 7 Uhr war es dann endlich soweit. Michael und ich wollten den Start nicht verpassen und sind mit den Fahrrädern zum Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion gefahren um Ina, die unsere Startläuferin war, anzufeuern. Und schon ging es los, die Wechselzonis waren auf der Strecke!

Nach einem schnellen Frühstück mit Angelina ging es für uns dann zum 25 KM entfernten Grenzturm, meinen Startpunkt. Zwischendurch hat es kurz geregnet, aber die Sonne kam dann schnell wieder raus und hat unsere Läufer bis in die Nacht begleitet. Mein 7km langer Streckenabschnitt war zwar wunderschön, aber so richtig habe ich den wegen der ganzen Aufregung nicht genossen. Dafür hatte Michael, der ab da alle unsere nächsten LäuferInnen auf dem Fahrrad begleitet hat, umso mehr Spaß. Ob die Läufer umgekehrt genauso viel Spaß hatten, bleibt umstritten. Auf jeden Fall sind Julians Worte, dass er Michael im Graben verrotten lassen würde, in Erinnerung geblieben.

Und wir sind gelaufen…

Und gelaufen. Und gelaufen.

Allerdings ist das Live-Tracking irgendwann ausgefallen und schnell kam die Frage, ob mit unserem Team alles in Ordnung ist. Wie sich am Ende herausstellte, war das zum Glück nur ein technischer Fehler.

Ich bin in der Zwischenzeit nach Hause gefahren und nach einer kurzen Mittagspause gleich zum Verpflegungspunkt an der East Side Gallery gelaufen und habe dort auf unser Team gewartet. In dieser Zeit kam auch der erste Einzelläufer vorbei. Was für eine Leistung!

Die letzten 13…

Die letzten 13 Kilometer waren nochmal richtig spannend. Da konnte nämlich Michael nach insgesamt 160 km Radfahren endlich laufen. Und ja, er hatte noch genug Kraft übrig. Ich habe das Fahrrad von ihm übernommen und schon waren wir auf dem Weg. Und das sehr schnell. Währenddessen habe ich bei seiner 3:45er Pace versucht mit dem Handy noch unseren gemeinsamen Zieleinlauf zu koordinieren, bis ich dann an einer Ampel Michael verloren habe. Er hat gerade noch die grüne Ampel erwischt, ich musste jedoch warten. Natürlich genau auf dem Streckenabschnitt, wo sich der Weg etwas komplizierter ist und ich mir unsicher war, wo ich lang muss, um Michael zu finden.

Irgendwann bin in der Dunkelheit an zwei Läufern aus einem anderen Team vorbeigekommen und habe gefragt, ob ein schneller Läufer vorbeigelaufen ist. Die Antwort: „Ja, aber den kriegst du nicht mehr.“ O doch! Noch ein bisschen schneller treten, bis wir uns am letzten Verpflegungspunkt endlich getroffen haben.

Und Endspurt!

In der Dunkelheit haben wir die Strecke bei der Pace nicht mehr so richtig gesehen, aber endlich hatten wir den letzten Kilometer vor uns. Kurz vorm Zieleinlauf ins Stadion hat Julian auf uns gewartet und gesagt, dass wir noch eine Staffel vor uns überholen können. Also, wurde das Tempo nochmal erhöht, schnell an der Staffel vorbeigezogen und dann ging es rein in die letzte Stadionrunde. Die wollten wir nämlich alle zusammen als Team laufen. Das Problem war nur, dass Michael und Julian ihre Geschwindigkeit nicht so schnell auf eine „freundlichere“ Pace reduzieren konnten. Also wurde aus einem entspannten Zieleinlauf für einige noch ein spontaner Intervalllauf. (Anmerkung Angie: Was Andrea nicht erwähnt, wir hatten teilweise keine Laufsachen mehr an, Rucksäcke dabei UND haben unsere riesige Laufgruppen Flagge hinter Michael und Julian hergetragen. Ob das ganze etwas unkoordiniert gewirkt hat? Vielleicht. Ob wir Spaß hatten? Definitiv!)

Geschafft!

Nach 161,30 Kilometer und 14 Stunden und 36 Minuten waren wir noch vor 22. Uhr im Ziel. Dank Ingas Geburtstagsparty gleich nach der Veranstaltung konnten wir unseren Erfolg noch bis lange in die Nacht hinein feiern.

Doch auch damit war aber die Veranstaltung noch nicht vorbei. Am nächsten Tag, Sonntag, den 19. August folgte nämlich noch die offizielle Siegerehrung, wo wir uns auch auf unsere Urkunden und Medaillen freuen konnten.

Und jetzt?

Auch im Jahr 2020 wollten wir an der Startlinie stehen, diesmal in mehreren Teams. Wir konnten den Startplatz für ein zweier Team, vierer Team sowie 10+ Team sichern. Und auch, wenn die Veranstaltung nicht stattgefunden hat, freuen wir uns umso mehr, den Lauf im 2021 wieder gemeinsam zu genießen.

Wir drücken auf jeden Fall die Daumen, dass wir starten können!

Dankeschön

An dieser Stelle nur noch ein Dankeschön an die Mall of Berlin, die 2019 unsere T-Shirts gesponsert hat. Und natürlich an den Veranstalter für die tolle Organisation und vor allem die köstliche Verpflegung.

(Anmerkung Angie: Und ein großes Danke schön an Andreja und Michael, für die Anmeldung, das Vorschwärmen von der Pastaparty, die wirklich hält, was versprochen wurde, die unermüdliche Organisation und das Erfüllen nahezu aller Wünsche an Streckenlänge und Lieblingsabschnitten. Ihr habt das wirklich toll gemacht!)

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